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  • Cory

Ein langer Winterschlaf

Viereinhalb Monate war der Ruhepol geschlossen. Ein langer Winterschlaf, während dem es keine Behandlung, keine Massage, keine heilsame Berührung und liebevolle Gespräche gab. Dass es tatsächlich fast fünf Monate waren, ist mir jetzt erst so richtig bewusst geworden. Ich habe es immer Tag für Tag, Woche um Woche genommen wie es kam. Und auch jetzt mache ich mit Ruhe weiter und lasse alles sich langsam entwickeln.

Was habe ich in der Zeit denn eigentlich gemacht? Ich war meist eher still hier und habe dazu bereits ein paar Gedanken und Gefühle geteilt. Aber ich möchte auch mit dir einige der Dinge teilen, die sich bewegen und entstehen durften.

Mittwochs und freitags habe ich online weiter unterrichtet. Manchmal gab es keine Teilnehmer, und in diesem Jahr habe ich ein paar Mal nicht unterrichten können, erst wegen der Beckenverletzung, dann weil ich krank war. Aus Surf Yoga wurde ein Gestärkt ins Wochenende Kurs. Eine Stunde, in der es um achtsame Kräftigung und liebevolles Wahrnehmen geht und wir das Gespür für Details und für die kleinen und großen Veränderungen erlernen und üben.

Ich habe Bücher gelesen und mich täglich im Selbststudium vertieft. Ich durfte bei einer wundervollen Lehrerin mein Wissen, was die Polyvagaltheorie im therapeutischen Yoga angeht, vertiefen und von ihr dazulernen. Auch meine Fähigkeiten in der hawaiianischen Körperarbeit durfte ich stärken und die unglaubliche Kraft der Aumakua Lomi selber erfahren. Ich bin sehr dankbar für die Begleitung und wie ich im vergangenen Jahr weiter wachsen durfte.

Ich habe viel beobachtet. Menschen, die Zeit, das Geschehen. Hier und auch in anderen Ländern dieser Welt. Ich spüre immer wieder, dass Traumaarbeit Weltarbeit ist. Spüre, wie essentiell die Regulierung des Nervensystems und der eigenen Emotionen ist. Oft überfordert es mich, was ich sehe und wahrnehme. Manchmal werden alte Muster schmerzhaft spürbar, die mich zweifeln lassen und bewegungslos machen. Oft bin ich müde von der Online und Social Media Welt. Doch das Vertrauen ist mittlerweile größer und stärker und so komme ich aus jedem Tief leichter heraus als wie es in der Vergangenheit war.

Ich habe einen Post-Covid Kurs erstellt und nun einen Partner an meiner Seite, was das Buchungssystem abgeht. Zurück ins Leben nach Covid startet im April. Ein 4 wöchiger Kurs für Menschen, die sich von einer Covid Erkrankung erholen. Auch ein Coaching wird es geben. Nur das mit dem Bewerben, das darf ich noch üben.

Die vergangenen Monaten haben mir auch die Möglichkeit geschenkt, mehr Zeit mit meinen Eltern und meiner Oma zu verbringen und für sie da zu sein. Da ich die einzige Tochter bin und alleine lebe, war es trotz Kontakteinschränkungen machbar.

Ende Januar durfte ich endlich drei Wochen mit meinem Partner verbringen, nachdem wir uns ein ganzes Jahr wegen der Pandemie nicht sehen konnten. Dank der Unterstützung meines engsten Kreises wurde es möglich. Die Stärkung, die ich erfahren durfte... ich glaube, dafür habe ich immer noch nicht die richtigen Worte.

Zur Wintersonnenwende zuvor durfte die Jahreskreisgruppe starten. Die wundervollen Frauen, die sich gefunden haben, be-geistern mich immer wieder von neuem. Dieser Kreis ist so kraftvoll. Auch dafür bin ich von ganzem Herzen dankbar.

Auch bin ich dankbar für das Jobcenter, das mich aufgefangen und mir dir Angst genommen hat, Wohnung oder Praxis zu verlieren. Es war für mich nicht einfach, um diese Unterstützung zu bitten, und hat viele Ängste angetriggert. Aber ich durfte lernen zu vertrauen und wie viele Menschen es gibt, die dir liebevoll zur Seite stehen. Menschen, die dich nicht kennen, und trotz allem Chaos sich die Zeit nehmen dir zuzuhören und dir so gut sie können helfen, dir die Angst zu nehmen.

Dazu gehörten auch zwei Mitarbeiter beim Finanzamt, die mir in jedem Gespräch wertschätzend begegnet sind, als es darum ging, dass ich nicht wusste, wie ich meine Nachzahlung leisten soll. Dass es mir in diesem Monat möglich sein wird, ist ein wahrer Segen.


Und in diesem Sinne, danke auch an dich, dass du hier bist und einen Teil mit mir gemeinsam reist.

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