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Ende & Neuanfang

  • Autorenbild: Cory
    Cory
  • 31. Juli 2025
  • 3 Min. Lesezeit

April 2025


 Am 4. April hatten der Ruhepol und ich unser 10-jähriges Jubiläum. Vor nun mittlerweile einem Jahrzehnt habe ich die Schlüssel zu dem kleinen Raum in der Stärkestraße in Linden Nord überreicht bekommen. Ein Ort, der zuvor vieles anderes beherbergt hatte. Nicht alles weiß man mehr. Mit Wänden, die von Veränderungen durch das Jahrhundert hinweg erzählen, wenn man ihnen zuhört und sie genauer anschaut. Mit Boden, auf dem viele, unzählbare Schritte getätigt wurden, dem von meiner Vorgängerin neuer Atmen geschenkt und der von mir achtsam neu geschützt wurde. Er bräuchte mal wieder liebevolle Zuwendung. Das ist bei einem nicht mehr leeren Raum nur nicht ganz so einfach umgesetzt. Aber die richtige Zeit wird kommen.

 

Dieser Raum war ein Neubeginn, der viel Mut bedurfte. Angefangen hat alles mit dem tiefen Wunsch, Menschen zu helfen richtig zu atmen, denn der Atem war das, was auch ich oft verloren hatte und mittlerweile hatte lernen und erfahren dürfen, wie essentiell und kraftvoll er auf dem Weg der Veränderung ist.

 

Gemeinsam sind wir gewachsen, der Ruhepol und ich. Unsere Wände sind gleich geblieben. Sie erzählen die Geschichten, die wir erlebt haben. Doch im Inneren hat sich vieles bewegt, kam dazu und wurde wieder losgelassen. Mein Leben ist in dieser Zeit gefühlt zusammengebrochen, in viele kleine Stücke, und ich wusste nicht wie es weitergeht. Dieser Raum, der auch zu meinem Ruhepol werden durfte, war stets an meiner Seite. Hier kam ich weit weg vom Meer zur Ruhe und konnte zu mir finden und mich spüren. Er hat mir Kraft und Stabilität geschenkt und mich auf meiner Reise in meiner Arbeit begleitet.

 

Veränderung bedarf Mut. Denn meist wissen wir nicht, was kommt. Sie bedarf Vertrauen, und wahres Vertrauen ist es nur dann, wenn wir nicht wissen, was folgt. Wir dürfen uns trauen, den nächsten Schritt zu wagen und auch mal stehen zu bleiben. Einen Fuß vor den nächsten zu setzen. Einen Atemzug nach dem nächsten zu machen. Es braucht den Mut zum Spüren statt nur zu tun. Dem Unbekannten zu vertrauen.

 

 Aus der atempädagogischen Praxis wurde eine Praxis für ganzheitliche und traumasensible Körper-und Atemarbeit, und seit nun fast einem Jahr darf ich die Menschen, die zu mir kommen, auch psychotherapeutisch unterstützen und begleiten. Demnächst schließe ich meine Somatic EMDR Weiterbildung ab, und ich freue mich, diesen Ansatz mit in meine Arbeit einzuweben.

 

Eine Mentorin fragte mich, was nun? Wo geht es hin, wie sehen die nächsten zehn Jahre aus? Wie geht die Reise weiter? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Aber ich denke so, wie es auch in den letzten zehn Jahren war. Einen Tag nach dem anderen. Schritt für Schritt. Atemzug um Atemzug. Welle und Welle. Mit erneuertem Vertrauen in das Unbekannte und das Ungewisse. Mit der Kraft der Lehren, die ich über die letzten Jahren habe erfahren dürfen, und der Weisheit durch das Wissen, was sich bereits in mir und durch mich verkörpern durfte. Und mit ganz viel Liebe.


Vor welcher Veränderung stehst du? Wie gehst du mit Veränderung um? Wo macht sie dir Angst, wie kannst du ihr Vertrauen? Was möchtest du bewusst verändern und was braucht es dafür?

 

Die Ostertage im christlichen Sinne stehen für tiefe Veränderung - denn sie erzählen und versinnbildlichen den Übergang vom Leben zum Tod. Von Schmerz und Leid, und tiefer Trauer hin zu Hoffnung und Neuanfang. Im alten vorchristlichen Fest Ostara ist dies die Zeit der Fruchtbarkeit und des Entstehen von neuem Leben. Die Zeit des Frühjahrs, wo das Leben neu erwacht und uns neue Kraft und Hoffnung schenken kann. Sie erinnert uns daran, dass das einzig Stetige die Veränderung ist, und wir auch aus ihr neuen Mut schöpfen können.

 

Ich wünsche uns allen, dass wir Orte finden, die uns Kraft und Ruhe schenken. Menschen, die uns Halt und Hoffnung spenden. Raum für Freude und für die Trauer. Und den Mut, der Veränderung zu begegnen.

 

Von Herzen,

Cory

 
 
 

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